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Die Vereins-Chronik

 

1903

Gründung durch radsportbegeisterte Männer. Nähere Aufzeichnungen fielen den Kriegswirren zum Opfer. 1. Vorsitzender Michael Reinbold "Blechmichel". Aktivitäten: Wanderfahrten, Blumenkorso, Renn- und Lamgsamfahrwettbewerbe. Auch die Geselligkeit kam bei Gartenfesten, Weihnachts- und Fasentveranstaltungen nicht zu kurz.

1914 - 1918

Der erste Weltkrieg setzte der sportlichen Betätigung vorläufig ein Ende.

1925

Wiedergründung des Radsportvereins "Glück aus" in der Wirtschaft "Zur Kanone", jetzt "Adler". 1. Vorsitzender Franz-Josef Langenecker

1928

Anläßlich des Vereinsjubiläums wird die Vereinsfahne eingeweiht. In den Folgejahren beteiligen sich die Vereinsmitglieder an Korsoveranstaltungen mit großer Teilnehmerzahl und beachtlichen Erfolgen.

1939

Während des Krieges von 1939-1945 ruhte das Vereinsleben. Die Reihen der Aktiven wurden stark gelichtet: 20 Namen stehen auf der Vereinsehrentafel.

1950

Wiedergründung des Vereins im Gasthaus "Lamm". 1. Vorsitzender August Schneider, der es verstand, in kurzer Zeit das Vereinsleben mit viel Schwung zu beleben. Aktivitäten: Korso- und Wanderfahrten mit großem sportlichen Erfolg. Fast jeden Sonntag ertönten auf den Landstraßen die melodischen Hornsignale der Radler.

1954

Gründung der Abteilung Kunstradsport. Große Erfolge durch die Geschwister Sigmund, sowie Fernande Badmann. 1963 wurde, mangels Trainernachfolge, die Kunstradabteilung wieder aufgelöst. Weiterhin aber beachtliche Erfolge im Korso- Renn- und Wanderveranstaltungen vom Hochrhein bis Bodensee.

1969

Gründung der Abteilung Motorsport. Änderung des Vereinsnamens in Rad- und Motorsportverein RMSV Urloffen.

1972 - 1974

Ausbau des Tuniergeländes. Auffüllung und Befestigung des von der Gemeinde gestellten Geländes, vorwiegend in Eigenleistung. Danach Planung des Vereinsheimes. Antrag 1974 zum Bau wird zunächst abgelehnt.

1976

Wein- und Sommerfest mit Preiskorso, erstmalig auf dem neuen Tuniergelände. Baugenehmigung für das Vereinsheim.

1978

Vereinsheim in mehr als 5000 Stunden Eigenarbeit fertiggestellt. Der Verein schließt sich dem Kart-Club von Deutschland (KCD) an.

1983

Bau der neuen, permanenten Kartstrecke. Jährlich werden vier bis fünf nationale Kartrennen durchgeführt.

1989

Artur Hätti wird zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die Radsportabteilung unter Harald Hauser erziehlt große Erfolge. Der RMSV tritt dem Deutschen Motorsport Verband (DMV) bei.

1993

Der Verein wird 90 Jahre alt. Die Kart-Mannschaft des RMSV Urloffen erringt den Baden-Pokal zum vierten Mal. Der Wanderpokal bleibt nun endgültig im Besitz des RMSV.

1996

Der DMV-Gold-Pokal wird erstmals mit großem Erfolg vom RMSV durchgeführt.

1998

Der Verein führt erste Gespräche zwecks Erweiterung der Kartsportanlage. Der DMV betraut den RMSV erneut mit der Ausrichtung des Gold-Pokals.

 

Der Rad- und Motorsportverein Urloffen

Der RMSV Urloffen ist heute den badischen Motorsport-Kennern und den deutschen Kartfahrern ein Begriff. Fast alle deutsche Rennfahrer, die aus dem Kartsport kommen, haben auf dem Ortenau-Kartring um Plätze und Punkte gekämpft. Doch der Ursprung des RMSV liegt nicht im Motorsport, sondern bei den Radfahrern. 1903 gründeten radsportbegeistere Männer den Radportverein "Glück auf". Damals ging es in erster Linie nicht um den Wettkampf, sondern um Wanderfahrten und Blumenkorso. Es gab auch einige Wettbewerbe im Renn- und Langsamfahren. Doch oben auf standen auf Gartenfeste, Weihnachts- und Fasnachtsveranstaltungen. Der erste 1. Vorsitzende, und damit Urahn von Artur Hätti, war damals Michael "Blechmichel" Reinbold.

Seit 1928 besitzt man im Verein eine Vereinsfahne. Wie überall in Deutschland ruhte während des II. Weltkrieges das Vereinsleben. 1950 wurde der Verein wiedergegründet. 1954 wurde eine Abteilung Kunstradsport gegründet und man erzielte dabei einige Erfolge durch die Geschwister Sigmund und Fernande Badmann. Doch 1963 wurde die Abteilung wieder aufgelöst. 1969 wurde die Abteilung Motorsport gegründet und man änderte den Namen in Rad- und Motorsportverein. Doch bis zum ersten Kartrennen dauert es noch knapp sieben Jahre.

1977 fing man mit dem Bau des Vereinsheimes an, und der bis dahin unbekannte Kartsport findet Zuspruch. Aber noch wußten die wenigsten, daß aus diesen lustig ausshenden Flitzern, in denen man knapp drei Zentimeter über dem Boden sitzt, ein ernstzunehmender Sport werden sollte. Im darauffolgenden Jahr wurde nach 5000 Stunden Eigenarbeit das Vereinsheim fertiggestellt. Auf einer 300 mtr langen Kartbahn werden die ersten Vereinsrennen ausgetragen. Männer der ersten Stunde waren u.a. Artur Hätti, Josef Leible, Uli Grob und Karl Bähr. Seine ersten Rennrunden fuhr damals auch Gerd Körber, der einige Jahre später Europameister im Truck-Rennsport werden sollte. Es gab aber auch in den Anfangsfahren des RMSV Kartfahrerinnen. Die erste Fahrerin des RMSV war damals Heike Vogler aus Memprechtshofen. In Spitzenzeiten säumten damals bis zu 1.500 Zuschauer die Rennstrecke.

1983 wurde dann eine neue, permanente Kartstrecke gebaut. Sie ist 622 mtr lang und 6-8 mtr breit. Damit konnten in Urloffen auch Rennen zur Deutschen Meisterschaft ausgetragen werden. Und seit 1983 gehört Urloffen in den Terminkalender der deutschen Kartfahrer! Im nachhineien gesehen, war das Rennen am 5./6. Mai ein Highlight. Rund 1.000 Zuschauer erlebten das Zeittraining. Und mit 30,94 Sekunden fuhr ein gewisser Michael Schumacher Bahnrekord. Damals fuhr er übrigens noch in der Klasse Junioren! Übrigens; Schumacher mußte sich seinerzeit seinem Teamkollegen Thomas Rabe (Pohlheim) geschlagen geben. Im allgemein offenen Endlauf drehte er den Spieß um und nahm den Siegerkranz aus Urloffen mit nach Kerpen. In der Klasse N/140 siegte Karl Bähr, Hätti wurde 4. In der Klasse A/100 siegte der WM-erfahrene Klaus Sandhaas aus Offenburg. Und seit den achtiger Jahren gehörten Urloffer Kartfahrer zu den Spitzenfahrern in Deutschland. 1986 fuhr Artur Hätti, der heutige 1. Vorsitzende, in der Deutschen Kart Meisterschaft "ONS Deutsche Kart Trophäe".

1989 begann Hätti seine zweite Karriere. Er wurde 1. Vorsitzender des RMSV und übt auch heute noch, nach 11 Jahren, diese Tätigkeit weiterhin aus. 1992 gab es einen weiteren "Renn-Highlight" in der Klasse ONS Deutscher Junior Kart Pokal. Die damaligen Junioren haben heutige hochkarätige Namen; Nick Heidfeld (Formel 1 Prost-Peugeot) wurde Dritter. Weiter mit dabei Andreas Scheld (GT 1 und Formel 3000), Alexander Müller (Formel 3), Sven Heidfeld (Formel 3) und Lucas Luhr (Werksfahrer im UPS-Porsche). Als Mechaniker eines Fahrers fungierte damals Ralf Schumacher.

1993 feierte der RMSV sein 90jähriges Bestehen. 1996 wurde der Gold-Pokal zum ersten Mal in Urloffen ausgetragen. Der Gold-Pokal ist das Race of Champions im deutschen Kartsport. Hier treffen sich jeweils die 25 besten Fahrer pro Klasse. Nur zwei Jahre später war der RMSV zum zweiten Schauplatz des Gold-Pokals und die Fahrer des Clubs sprachen bei der Titelvergabe ein Wörtchen mit. Souveräner Sieger der Klasse Futura Junioren wurde Christoph Ernst, der damit seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen konnte. In diesem Jahr führte der Verein erste Gespräche zwecks Erweiterung der Kartrennstrecke. Ende 1999 wollte man mit dem Ausbau der Strecke beginnen, doch eine Bürgerinitiative und langwierige Anträge verzögerten den Ausbau, der aber nach dem letzten Rennen in diesem Jahr begonnen werden soll. Vorgesehen ist, daß ab der Saison 2001 auf der erweiterten Strecke gefahren werden soll.

Der RMSV Urloffen stellt nun seit drei Generationen erfolgreiche Kartfahrer, die auf nationalen und internationalen Rennstrecken große Erfolge und Titel eingefahren haben. Zur ersten Generation zählen hier in erster Linie Artür Hätti und Karl Bähr. So wurde Hätti 1982 24. Der Deutschen Meisterschaft der Klasse N/140, Karl Bähr fuhr als offizieller Werksfahrer von Swiss Hutless ebenfalls in der Deutschen Meisterschaft. Dazu gehörten weiter Fritz Kiefer, Jürgen Weis und Marc Gindorf, der bereits auch in der DTM, STW und Porsche Super-Cup fuhr. Weiterhin muß man auch Josef Leible, Rudi "Mäx" Ernst und natürlich Gerd Körber zählen.

Die zweite Generation wurde deutlich von Armin Bähr angeführt. Über Jahre hinweg zählte er zu den besten und erfolgreichsten Kartfahrern. So fuhr er z.B. in einer Saison von 20 Rennen 16 mal auf Podestplätze. Landes- und Bundesmeistertitel sammelte er wie andere Leute Briefmarken. Nur ein Sieg im Gold-Pokal blieb ihm vergönnt. Nach einigen erfolgreichen Rennen in der Formel Opel beendete er seine Rennkarriere.

Heute ist der RMSV Urloffen stolz auf seine dritte Generation von erfolgreichen Kartfahrern. Allen voran Christoph Ernst mit insgesamt 12 Titelgewinnen. So wurde er u.a. zweimal Goldpokal-Sieger, viermal Landesmeister und dreimal Club- und Landesgruppensieger. Michael Kissling steht ihm hier in nichts nach, er wurde dreimal Clubmeister und Baden-Pokal-Sieger, sowie Dritter der Landesmeisterschaft. Mit Martin Poschenrieder hat der RMSV auch wieder einen Fahrer in der Deutschen Meisterschaft. Er fährt in der Deutschen Juniorenmeisterschaft und fährt dort auf vorderen Plätzen. Weitere Meister sind Dennis und Kristian Nägele, Sandro Pöppke und Marco Pislor, der 1998 sogar den ersten Platz in der Norditalienischen Bambini-Meisterschaft erringen konnte. Weiterhin erfolgreich unterwegs sind: Matthias Ullrich, Hans-Martin Körber, der Neffe von Gerd Körber, Aljosha Perin und Sandra Schweiß. Und die vierte Generation macht sich auf den Weg zu den Erfolgen. Dies sind die 7 und 9jährigen Gernot Gross und Nikolai Perin.

Doch auch im Formel-Rennsport fahren Fahrer des RMSV Urloffen erste Erfolge ein. So wurde Benny Eber 1999 Vierter in der Formel Ford. In dieser Saison treten mit Tobias Alzenberger, Benny Eber und Stephanie Halm gleich drei Vertreter des RMSV in der Formel König an. Dabei setzte bei den drei offiziellen Testfahrten Tobias Alzenberger die Messlatte sehr hoch. In Val de Vienne, Oschersleben ind Zandvoort fuhr er jeweils Bahnrekord für die Formel König und zählt daher zu den Titelfavoriten, wie auch Benny Eber.